1 year of KUK!

    Watch a review of 1 year of KUK edited by Sven Fielitz & read Claire Thill's thoughts abbout the birthday.

    1 year KUK

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    “It’s not the fall that kills you, it’s the sudden stop at the end.”

    Claire Thill

    • zum einjährigen KUK Geburtstag
    • on KUK's first birthday
    • au sujet du premier anniversaire de KUK

    “It’s not the fall that kills you, it’s the sudden stop at the end.”

    So könnte das Mantra heißen des Kulturkanals. Ein Zitat von Douglas Adams, dem Autor von “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy”, eine Devise, die in dem letzten Jahr die KUK Macher immer wieder vorangetrieben hat. Niemals aufgeben, auch wenn die Situation alles andere als rosig für die Kulturschaffenden aussah.

    Rewind the clock.

    2020.

    Eine ganze Gesellschaft befindet sich im Freifall und ein paar Kunstschaffende weigern sich, mit zu fallen. Der Sturz ins schwarze Loch scheint unausweichlich. Die Theater verschließen ihre Tore, die Galerien und Kinos sind zu. Konzerte und Festivals werden abgesagt. Die Menschen sitzen in ihren Wohnzimmern und starren in eine ungewisse Zukunft. Aber genau da, im Wohnzimmer, wuselt sich die Kultur wieder in den Alltag. 

    Mitten im März sendet der erste Künstler live aus seiner Stube. “Live aus der Stuff”, eine Initiative von MASKéNADA. Es folgen noch vierzig weitere Kunstschaffende: Musiker, Schauspieler, Performer, Tänzer. Alles Künstler, die plötzlich, in dieser neuen Pandemie, um ihre Existenz bangen müssen. Eine ganze Berufsgruppe, die sich innerhalb kürzester Zeit in die nicht-essentielle Ecke gedrückt sieht, bekommt auf einmal die Möglichkeit, sich wieder auszudrücken.

    Was ist Kunst, wenn niemand sie sieht, hört, spürt, erfährt?

    Man darf ja nicht wirklich mehr vor die Tür. Und wie sagt das Sprichwort? Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten. Wer in Zeiten einer globalen Pandemie seine Kunst an das Publikum bringen will, muss das aus dem Kokon seiner eigenen vier Wänden, aus seiner “Stuff”, machen. Ohne das technische Knowhow einer Film Crew, ohne ausgeklügelte Soundinstallationen, professionelles Make-Up, aber mit den gegebenen Möglichkeiten (Internetverbindung, Laptop mit Kamera und Mikrophon) und der Wohnstube als Atelier, Studio und Bühne können die Künstler jetzt, endlich wieder, den Live Moment auskosten. Den Zuschauern, vorausgesetzt sie verfügen über einen Internetzugang, wird etwas geboten; und so mancher Künstler, dessen existenzielle Not plötzlich unmittelbar im Vordergrund steht, kann wieder ein bisschen arbeiten. Kunst wird erneut sichtbar.

    Niemand weiß wirklich, wie es jetzt weitergehen soll. Fest steht jedoch, dass die Anfrage auf mehr Projekte von lokalen Künstlern angestiegen ist. Das Internet scheint dafür die ideale Plattform zu sein.

    Und so entsteht am Nationalfeiertag 2020 der Kulturkanal. Es wird ein neues interdisziplinäres Team auf die Beine gestellt. Man bewegt sich weg von der etwas holprigen D.I.Y. Ästhetik und umgibt sich nun mit einem Team an technologie-affinen, kreativen und multidisziplinären Künstlern. Neue, innovative Projekte werden entwickelt und regelmäßig in Live- Streams dem Publikum gezeigt. 

    Was haben wir aus dem ersten Lockdown gelernt? Während die größeren Theater und Kulturinstitutionen Videos älterer und neuerer Inszenierungen und virtuelle Museumsführungen ins Internet setzten, wurden immer wieder neue Formate ausprobiert. Die Kunstschaffenden versuchten kreativ mit Skype, Zoom oder anderen Plattformen herum zu spielen, um wenigstens einen Schein von Kulturschaffen aufrecht zu erhalten. Mit Hilfe von verschiedenen Chatfunktionen wurde der Kontakt zum Zuschauer gesucht.

    In den Verschränkungen von virtuellen, digitalen und analogen Räumen liegen neben den neuen technischen Möglichkeiten auch künstlerisch große Potenziale. Aus dieser Erkenntnis muss geschöpft werden und hier fängt die wahre Arbeit des KUKs an. Die Produktionen des Kanals stehen ganz im Zeichen der Interdisziplinarität, des kollektiven Schaffens. Künstler, die sich teilweise noch nie gesehen haben, tun sich zusammen in Kollaborationen, wie man sie vor den Pandemie nie erlebt hätte. Neue Begegnungen werden geschaffen.

    Der Kulturkanal bietet fortan eine buntes Arsenal von Hybrid-Formaten an, die live zusammengeschnitten und gesendet werden. Das Making-of ist dabei genauso Teil der Performance wie das Live-Geschehen selbst. Auf Facebook werden rapide Denkräume geschaffen, wo die Zuschauer direkt ihre Meinungen zum Projekt abgeben können, und die Internetseite des Kanals verwandelt sich in ein facettenreiches Onlinearchiv. Besonders die Form der Produktionen steht in direkter Verbindung mit dem aktuellen Kontext und gibt einen Einblick in das zeitliche Kulturschaffen, spiegelt wider, wie sich die verstörende Situation der Pandemie mit ihren ständig ändernden Regulationen auf die Kunstszene auswirkt.

    Aber die Welt dreht weiter, weiter, weiter, immer wieder um die eigene Achse und langsam öffnen die Kulturinstitutionen ihre Tore wieder. Masken, soziale Distanzierungen lassen sich aus dem neuen Alltag nicht mehr wegdenken. Die Kulturwelt versucht, aus dem virtuellen Rechteck des Computerbildschirmes auszubrechen, geht wieder vor die Tür. Und die digitale Müdigkeit schleicht sich langsam in die Wohnzimmer.

    Was fehlt den Leuten wirklich? Es sind die sozialen Kontakte, dieses Gemeinschaftsgefühl, das Zuschauer genauso wie Künstler im analogen Raum verbindet. Nun bewegen wir uns langsam wieder in Richtung “Normalität”.

    Jetzt gilt es also wieder zu reagieren, den Puls der Zeit zu fühlen. Wie kann man die unterschiedlichen Kommunikations-, Interaktions- und Perzeptionsdynamiken, die sich während einem Jahr Pandemie heraus gezeichnet haben, weiterführen in der jetzigen Realität?

    Es müssen neue Fragen aufgeworfen werden, neue Formate ins Leben gerufen werden. Formate, die sich mit der momentanen Situation sowohl in Form als auch Inhalt auseinandersetzen. Der Aufprall auf den Boden, “the sudden stop at the end”, hat noch lange nicht stattgefunden. Das wissen die Künstler vom KUK.

    Von Claire Thill
    Künstlerin & Mitglied im KUK-Team
    23.6.2021

    “It’s not the fall that kills you, it’s the sudden stop at the end.” 

    Tel pourrait être le mantra du Kulturkanal. Une citation de Douglas Adams, l’auteur de “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy”, une devise qui a animé les fabricants de KUK à maintes reprises au cours de l’année écoulée. Ne jamais abandonner, même lorsque la situation était loin d’être rose pour les acteurs culturels.

    Rembobinez l’horloge.

    2020.

    Une société entière est en chute libre et quelques artistes refusent de tomber avec elle. La chute dans le trou noir semble inévitable. Les théâtres ferment leurs portes, les galeries et les cinémas sont fermés. Les concerts et les festivals sont annulés. Les gens sont assis dans leur salon et regardent fixement vers un avenir incertain. Mais là, dans le salon, la culture reprend le dessus sur la vie quotidienne. 

    Au milieu du mois de mars, le premier artiste émet en direct depuis son salon. “Live aus der Stuff”, une initiative de MASKéNADA. Une quarantaine d’autres artistes suivent : musiciens, acteurs, performeurs, danseurs. Tous les artistes qui, soudainement, dans cette nouvelle pandémie, doivent craindre pour leur existence. Tout un groupe professionnel qui, en très peu de temps, s’est retrouvé relégué au niveau du non-essentiel, se voit soudain offrir la possibilité de s’exprimer à nouveau.

    Qu’est-ce que l’art si personne ne le voit, ne l’entend, ne le ressent, ne l’expérimente ?

    Après tout, vous n’êtes plus vraiment autorisé à franchir la porte. Et comment le dit le dicton ? Si le prophète ne vient pas à la montagne, la montagne doit venir au prophète. Si vous voulez faire connaître votre art au public en période de pandémie mondiale, vous devez le faire depuis le cocon de vos quatre murs, depuis votre “Stuff”. Sans le savoir-faire technique d’une équipe de tournage, sans installations sonores sophistiquées, sans maquillage professionnel, mais avec les possibilités offertes (connexion internet, ordinateur portable avec caméra et microphone) et le salon comme studio et scène, les artistes peuvent maintenant, enfin à nouveau, savourer l’instant présent. Le public, pour autant qu’il dispose d’un accès à l’internet, retrouve un accès aux arts de la scène ; et plus d’un artiste, dont les besoin existentiels se trouvent soudainement au premier plan, peut à nouveau travailler un peu. L’art redevient visible.

    Personne ne sait vraiment comment il faut continuer. Ce qui est certain, en revanche, c’est que la demande de projets et d’engagements de la part des artistes locaux a augmenté. L’internet semble être la plateforme idéale pour cela.

    Ainsi, le jour de la fête nationale 2020, Kulturkanal est né. Une nouvelle équipe interdisciplinaire est mise en place. Ils s’éloignent de l’esthétique bosselée de l’esthétique D.I.Y. et s’entoure maintenant d’une équipe d’artistes créatifs, multidisciplinaires et férus de technologie. Des projets nouveaux et innovants sont élaborés et régulièrement présentés au public lors de retransmissions en direct. 

    Qu’avons-nous appris du premier confinement ? Alors que les grands théâtres et les institutions culturelles mettaient en ligne des vidéos de productions anciennes et récentes et des visites virtuelles de musées, de nouveaux formats sont constamment expérimentés. Les professionnels des arts ont fait preuve de créativité en utilisant Skype, Zoom ou d’autres plateformes pour maintenir au moins un semblant de création culturelle. A l’aide de diverses fonctions de chat, le contact avec le téléspectateur a été recherché.

    Dans l’imbrication des espaces virtuels, numériques et analogiques, outre les nouvelles possibilités techniques, il existe également un grand potentiel artistique. Cette prise de conscience doit être mise à profit, et c’est là que commence le véritable travail du KUK. Les productions font la part belle à l’interdisciplinarité, à la création collective. Des artistes, dont certains ne s’étaient jamais vus auparavant, unissent leurs forces dans des collaborations qui n’auraient jamais été expérimentées avant la pandémie. De nouvelles rencontres sont créées.

    Désormais, Kulturkanal propose une panoplie colorée de formats hybrides, montées et diffusées en direct. Le making-of fait autant partie de la performance que l’événement en direct. Des espaces de réflexion rapide sont créés sur Facebook, où les téléspectateurs peuvent directement donner leur avis sur le projet, et le site web de la chaîne est transformé en archives en ligne à multiples facettes. La forme des productions, en particulier, est directement liée au contexte actuel et donne un aperçu de la création de la culture au fil du temps, reflétant la façon dont la situation troublante de la pandémie, avec ses règlements en constante évolution, affecte la scène artistique.

    Mais le monde continue de tourner, de tourner inlassablement sur son axe, et peu à peu les institutions culturelles ouvrent à nouveau leurs portes. Les masques, les distances sociales ne peuvent plus être retirés de la nouvelle vie quotidienne. Le monde de la culture tente de sortir à nouveau et de se libérer du rectangle virtuel de l’écran d’ordinateur. Et la fatigue numérique commence à se propager dans les salons.

    Qu’est-ce qui manque vraiment aux gens ? Ce sont les contacts sociaux, ce sens de la communauté qui relie les spectateurs tout autant que les artistes dans l’espace analogique. Nous revenons peu à peu à la “normalité”.

    Il s’agit maintenant à nouveau de réagir, de sentir le pouls de l’époque. Comment les différentes dynamiques de communication, d’interaction et de perception qui ont émergé pendant une année de pandémie peuvent-elles se poursuivre dans la réalité actuelle ?

    De nouvelles questions doivent être soulevées, de nouveaux formats créés. Des formats qui traitent de la situation actuelle, tant sur le plan de la forme que du contenu. L’impact à la fin de la chute, “the sudden stop at the end” n’a pas encore eu lieu. Et ça, les artistes du KUK le savent.

    Par Claire Thill
    Artiste & membre de l’équipe du KUK
    23 juin 2021 

     

    'It’s not the fall that kills you, it’s the sudden stop at the end.'

    This quote by Douglas Adams, author of “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy”, could be the mantra of the Kulturkanal. Over the past year it has constantly driven the KUK makers forward. Don’t give up, even though the situation of the cultural sector isn’t looking rosy.

    Rewind the clock.

    2020.

    An entire society is in freefall and a few artists refuse to join in. The fall into a dark hole seems inevitable. Theatres have closed their doors, the galleries and cinemas have shut down. Concerts and festivals are being cancelled by the minute. People sit in their living rooms and stare into an uncertain future. But right there, in the living room, culture slowly starts wriggling its way back into our daily lives. 

    By the middle of March, the first artist broadcasts live from their living room. “Live aus der Stuff”, an initiative by MASKéNADA. Forty more follow: musicians, actors, performers, dancers. Artists, who all of a sudden, found themselves pushed into the non-essential corner, are now given the opportunity to express themselves again.

    What is art if no one sees it, hears it, feels it, experiences it?

    After all, people don’t go out anymore. There’s a saying: “If the mountain will not come to Muhammad, then Muhammad must go to the mountain”. In pandemic times an artist, who wants to share their work with the audience, needs to do this from their own home, from their “Stuff”. Without the technical know-how of a film crew, without sophisticated sound installations, professional make-up, but with the given possibilities (internet connection, laptop with camera and microphone) and the living room as a studio and stage, artists can now, finally, enjoy live moments again and create. The audience — provided they have an internet connection — are invited back into the world of the performing arts. Art is becoming visible again.

    But no one knows what’s next. The demand for more projects by local makers has certainly increased and the internet seems like the ideal platform for it.

    And so, on National Day 2020, the Kulturkanal is born. A new interdisciplinary team decides to move away from the somewhat improvised D.I.Y. aesthetics and surround themselves with more tech-savvy, creative and multidisciplinary artists. Innovative projects start getting developed and are regularly shown to the public in live streams. 

    What did we learn from the first lockdown? While the larger theatres and cultural institutions put videos of their productions and virtual museum tours online, new formats were tried out. In order to maintain at least a semblance of cultural creation arts practitioners were creatively playing around with Skype, Zoom or other platforms. Audiences could partake via different chat setting. 

    In addition to the new technical possibilities, the interweaving of virtual, digital and analogue spaces also offers great artistic potential. This is where the real work of KUK begins. The channel’s productions are all about interdisciplinarity, about collective creation. Artists, some of whom have never met before, join forces in unlikely collaborations. New encounters are happening.

    From now on, Kulturkanal offers a colourful arsenal of hybrid formats that are edited and broadcast live. The making-of is just as much a part of the performance as the live event itself. On Facebook viewers can directly contribute their opinions about the project and the channel’s website is turning into a multi-faceted online archive. The form of the productions in particular is directly connected to the current context and provides an insight into the creation process over time, reflecting how the unsettling situation of the pandemic with its constantly changing regulations affected and is still affecting the art scene.

    But the world keeps spinning, turning around its own axis. Slowly the cultural institutions are opening their doors again. Masks and social distancing have become an indispensable part of everyday life. Culture is trying to get out again and break free from the virtual rectangle of the computer screen. Simultaneously digital fatigue is slowly creeping into the living rooms.

    What do people really miss? It’s the social contacts, this sense of community that connects spectators and artists alike in the analogue space. We are slowly moving back towards 'normality’.

    So now the time has come to react again, to feel the pulse of the times. How can the different communication, interaction and perception dynamics, that have emerged during the last year of pandemic, continue in our present reality?

    New questions have to be asked, new formats need to be created. Projects that both in form and content deal with the current situation. The impact on the ground, this 'sudden stop at the end’ has not taken place yet. The artists from the KUK are definitely aware of it.

    By Claire Thill
    Artist & member of the KUK Team
    June 23rd 2021